6. Mai 2016

Ein Herz für Raubfische – Teil 2: Catch & Think

Die Tage sind gezählt – der lang ersehnte Start in die Raubfischsaison!

Die Vorbereitungen laufen bereits seit Wochen, altes Angelzeug wird aussortiert, neue Pläne für die kommende Saison werden geschmiedet und die meisten Angler fiebern nur noch auf ein Ende hinzu – das „Ende“ der Schonzeit!

Unterstüzt die Aktion - kommentiert, teilt , daumen hoch...

Unterstüzt die Aktion – kommentiert, teilt , daumen hoch…

Alex Schütte, 33 Jahre, Gründer, Biologe & leidenschaftlicher Fischer

Alex Schütte, 33 Jahre, Gründer, Biologe & leidenschaftlicher Fischer

Am 01.05. ging es für viele Raubfischangler wieder raus an’s Wasser und auf die Jagd nach Barsch, Hecht und Zander…
Leider schalten viele Angler „ausgehungert“ nach Beendigung der Schonzeit einfach ihren Kopf ab und sind sich über ihr Handeln oft gar nicht bewusst. Gerade beim Laichschutz der Zander stellen sich bei den meisten erfahrenen Raubfischanglern doch die Nackenhaare auf. Absolut verständlich, denn die meisten Zander haben bis Anfang Mai vielerorts noch nicht abgelaicht und die Männchen beschützen noch bis in den Juni hinein ihre Brutnester. Deshalb wurde bereits vor Jahren an vielen Gewässern, wie zum Beispiel der Donau, reagiert und die Schonzeit auf den 31.05./14.06. verlängert.

Aber auch der Hecht & Barsch benötigt manchmal mehr Zeit zum Ablaichen, gerade in den Regionen, wo sich im Frühjahr das Wasser durch die Schneeschmelze oder andere Faktoren erst recht spät erwärmt.

So kann z.B. ein langer und harter Winter die Schonzeit nach hinten verschieben, genauso wie umgekehrt.

Dass unsere gesetzlichen Schonzeiten, genauso wie der Schutz unserer wichtigen „Laichfische“ (Schonmaße), überarbeitet bzw. der heutigen Zeit angepasst gehören, scheint eigentlich ganz offensichtlich. Da dieses Thema aber sehr komplex ist, wird die Umsetzung noch eine Zeit lang dauern.

Deshalb wollen wir an die Vernunft eines jeden Anglers appellieren, neben der Gesetzeslage auch seinen eigenen Kopf bzw. seine eigenen Erfahrungswerte zu benutzen. Nach dem Motto „Fish & Think“!

Das heißt, speziell nach der Schonzeit darauf zu achten, ob der gefangen Fisch bereits abgelaicht hat und in welchem Zustand er ist (Körperfülle, Laichverletzungen, Kiemenatmung etc.). Gerade in dieser Zeit sollte man äusserst behutsam mit den Fischen umgehen und gegebenenfalls den Saisonbeginn um ein paar Wochen nach hinten verschieben, bis die Räuber in Ruhe abgelaicht haben. Fischerneulinge, denen es noch an eigenen Erfahrungswerten fehlt, sollten beim Ausnehmen auf den Laichapparat achten bzw. sich am Gewässer/Verein mit erfahrenen Kollegen austauschen.

Wichtig ist eigentlich nur, dass ihr euch am Wasser Gedanken macht, respektvoll mit dem Fisch umgeht und nicht einfach alles „blind“ abschlagt, sobald die Schonzeit vorbei oder das Schonmaß erreicht ist!

Das gilt natürlich auch für Cach & Release Fischer, denn:

„Nicht jeder gefangene Fisch ist nach dem Zurücksetzen weiterhin überlebensfähig – der Drill, die Landung, das Abhaken, die nasse Hand etc. sind dabei ganz essentielle Faktoren!“

Wünsch euch einen guten & „behutsamen“ Start in die Angelsaison 2016 und ein dickes Petri Heil….

Alexander Schütte