1. Februar 2016

Ein Herz für Raubfische – Teil 1: Die Kampagne

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♡♡♡EIN HERZ FÜR RAUBFISCHE♡♡♡ – Eine Kampagne zum Schutz unserer Gewässer, Fische & Natur!

Seit über 25 Jahren und noch länger verbringen viele unserer Freunde & Kollegen ihre Zeit am Wasser & in der der Natur. Gerade beim Fischen, wo es meistens darum geht, Naturabläufe und Muster zu erkennen & zu verstehen, kommt man oft zum Nachdenken und wechselt schnell die Rolle vom Jäger zum Beobachter.

„Die Natur besser verstehen“ – womöglich sogar wieder im Einklang mit ihr zu Leben, ist mit unserer „industriellen Wirtschaft und dem Kapitalismus“ wohl kaum vereinbar/denkbar.

Erst, wenn sich die Natur anfängt zu wehren, mit Hochwasser, einer abgestorbenen Fauna & Flora, versucht der Mensch mit Renaturierungs-Maßnahmen entgegenzuwirken. Meistens ausgeführt von den Leuten, die für die Naturkatastrophen selbst auch noch verantwortlich sind/waren.

Wollen wir Fischer/Naturfreunde uns das wirklich noch länger mit anschauen!?

Wir von Alpside Fishing wollen das auf jeden Fall nicht mehr, denn uns ist in den letzten beiden Jahrzehnten doch eine starke Veränderung in unseren heimischen Gewässern aufgefallen.

Aber wen wundert es auch, wenn jeder gefangene Fisch, der nicht in der Schonzeit/Schonmaß liegt, gesetzlich abgeschlagen werden muss und wir unsere letzten „natürlichen“ Gewässer mit Zuchtfischen fluten, nur damit auch jeder Fischer auf seine „Kosten“ kommt.

Wir wollen niemanden mit weiteren Gesetzen/Verboten vorschreiben, wie er sich am Wasser zu verhalten hat.

Nein, wir wollen Euch nur weitere Optionen aufzeigen, die Euch vielleicht zum Nachdenken oder einem anderen Handeln bringen.

Denn leider sind wir alle falsch von der Angelindustrie & Literatur erzogen worden, wovon wir uns bestimmt auch nicht ausschließen möchten. Ganz nach dem Motto: „Schnell Fisch fangen, viel Fisch fangen, und vor ALLEM große Fische fangen und natürlich immer MEHR wie die Anderen!“ Darum geht es aber beim Fischen unserer Meinung nach überhaupt nicht.

„Wir sind für eine nachhaltige Fischerei, mit Respekt vor der Natur/dem Fisch und einer gesunden Anzahl und Größe von gefangenen Fischen!“

Deshalb wollen wir euch in der nächsten Zeit mit verschiedenen „Blickwinkeln & Erfahrungen“ von diversen Fischern versorgen. Damit Ihr euch aus den verschieden Meinungen und Eindrücken, ganz euer eigenes Bild machen könnt.

Den Anfang unsere Beitrags – Serie macht ein Freund, ein absolut leidenschaftlicher Fischer, 26 Jahre alt, der vor ein paar Jahren von Regensburg an den Zeller See gezogen ist und als Familienvater inzwischen vieles anders sieht. Viel Spaß beim Lesen….

UNTERSTÜTZT UNS NATÜRLICH GERNE!!!

Falls ihr also auch an unsere Kampagne teilhaben wollt, schickt bitte gerne eure „Blickwinkel & Erfahrungen“ an kampagne@alpside.fishing und werdet ein Teil von der „Ein Herz für Raubfische“ – Kampagne.

 


TEIL 1

„Die Generation 2000“ – von Sebastian Wittmann

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Sebastian Wittman, 26 Jahre, Pinzgau, Familienvater

„Ich wünschte mir…“

… Eine Zukunft die intakt und voller Leben ist, wie die Gewässer, die ich mit meinem Vater als kleiner Junge besucht habe, an denen Rotaugen und Barsche mit dem Schwimmer zu fangen waren – Gewässer, die nicht nur aus Besatzfischen bestanden, wie unsere Forellengewässer heute. Ich erinnere mich an große Schwärme von Nasen und Barben im Frühjahr. Es war eine schöne Zeit mit vielen tollen und einmaligen Erlebnissen, die mich fest in ihren Bann gezogen hat und an der ich bis heute festhalte.

Doch was ist mit unserem Nachwuchs, der diese intakte Natur leider nicht mehr in dieser Hülle und Fülle erleben darf?!

Ich bin mittlerweile auch Vater und möchte diese Erlebnisse weitergeben, meine Kinder für ein tolles Hobby, das mit Naturschutz und Verantwortung einhergeht, begeistern.

Doch wie? Unsere Gewässer sind leider meiner Meinung nach mittlerweile durch unsere technische Überlegenheit derart geschädigt und beangelt, dass ich für den Bestand den wir noch haben Schwarz sehe.

Es ist an der Zeit, das wir unsere Besatz und Entnahemaßnahmen dem heutigen Stand der Vernunft und Technik anpassen! Wir Sind die Generation „2000“ – wir kennen noch die gute alte Zeit und wir haben es in der Hand, UNSERE Gewässer mit den richtigen Hege- und Entnahmeregeln zu Renaturieren.

…Eine Zukunft ohne intakte Gewässer geht uns alle etwas an. Eine intakte Natur besteht nicht nur aus den Fischen, die darin vorkommen – wir brauchen auch Kleinstlebewesen wie Insekten, Mäuse & Reptilien, die unsere Gewässer vielseitig und interessant machen. Wir brauchen Ufer mit Bäumen, in denen sich Jungfische verstecken können und Pflanzen, in die sich Frösche und Weissfische zurück ziehen können. Wir brauchen Laichplätze, für die unsere Generation selbst schuld ist, das es sie nicht mehr gibt.

Es ist also an der Zeit, etwas zu unternehmen um diese massiven Schäden an unseren Gewässern wieder ins Lot zu bringen und dem Bestand zu helfen, wieder in eine Balance zu kommen.

Nicht nur ein Besatz ist wichtig sondern auch eine vernünftige Politik der Entnahme, denn nicht

nur der Jungfisch gehört geschont, sondern auch unser Altbestand an Raub- ­und Friedfischen.

„Ein gemeisamer Weg“ der uns allen und insbesondere unserem Fischbestand hilft muss her! Nicht ein Gesetzbuch das mann studieren muss um Fischen gehen zu dürfen, nein, eine für jedermann vernünftige Lösung, um uns unsere Leidenschaft und den Gewässern die Artenvielfalt zu erhalten!

Ein Weg im Einklang mit der Natur – eine sich stetig entwickelndes Umdenkung zurück zur Natur – für
unsere kinder & für unsere Natur!

Also macht euch mal Gedanken darüber, egal ob sie Positiv oder Negativ sind, redet
darüber, schreibt darüber. „Sharing is Caring“….

Sebastian Wittmann & Alexander Schütte

 


TEIL 2

Die Tage sind gezählt – der lang ersehnte Start in die Raubfischsaison!

Unterstüzt die Aktion - kommentiert, teilt , daumen hoch...

Unterstüzt die Aktion – kommentiert, teilt , daumen hoch…

Alex Schütte, 33 Jahre, Gründer, Biologe & leidenschaftlicher Fischer

Alex Schütte, 33 Jahre, Gründer, Biologe & leidenschaftlicher Fischer

Die Vorbereitungen laufen bereits seit Wochen, altes Angelzeug wird aussortiert, neue Pläne für die kommende Saison werden geschmiedet und die meisten Angler fiebern nur noch auf ein Ende hinzu – das „Ende“ der Schonzeit!

Am 01.05. ging es für viele Raubfischangler wieder raus an’s Wasser und auf die Jagd nach Barsch, Hecht und Zander…

Leider schalten viele Angler „ausgehungert“ nach Beendigung der Schonzeit einfach ihren Kopf ab und sind sich über ihr Handeln oft gar nicht bewusst. Gerade beim Laichschutz der Zander stellen sich bei den meisten erfahrenen Raubfischanglern doch die Nackenhaare auf. Absolut verständlich, denn die meisten Zander haben bis Anfang Mai vielerorts noch nicht abgelaicht und die Männchen beschützen noch bis in den Juni hinein ihre Brutnester. Deshalb wurde bereits vor Jahren an vielen Gewässern, wie zum Beispiel der Donau, reagiert und die Schonzeit auf den 31.05./14.06. verlängert.

Aber auch der Hecht & Barsch benötigt manchmal mehr Zeit zum Ablaichen, gerade in den Regionen, wo sich im Frühjahr das Wasser durch die Schneeschmelze oder andere Faktoren erst recht spät erwärmt.

So kann z.B. ein langer und harter Winter die Schonzeit nach hinten verschieben, genauso wie umgekehrt.

Dass unsere gesetzlichen Schonzeiten, genauso wie der Schutz unserer wichtigen „Laichfische“ (Schonmaße), überarbeitet bzw. der heutigen Zeit angepasst gehören, scheint eigentlich ganz offensichtlich. Da dieses Thema aber sehr komplex ist, wird die Umsetzung noch eine Zeit lang dauern.

Deshalb wollen wir an die Vernunft eines jeden Anglers appellieren, neben der Gesetzeslage auch seinen eigenen Kopf bzw. seine eigenen Erfahrungswerte zu benutzen. Nach dem Motto „Fish & Think“!

Das heißt, speziell nach der Schonzeit darauf zu achten, ob der gefangen Fisch bereits abgelaicht hat und in welchem Zustand er ist (Körperfülle, Laichverletzungen, Kiemenatmung etc.). Gerade in dieser Zeit sollte man äusserst behutsam mit den Fischen umgehen und gegebenenfalls den Saisonbeginn um ein paar Wochen nach hinten verschieben, bis die Räuber in Ruhe abgelaicht haben. Fischerneulinge, denen es noch an eigenen Erfahrungswerten fehlt, sollten beim Ausnehmen auf den Laichapparat achten bzw. sich am Gewässer/Verein mit erfahrenen Kollegen austauschen.

Wichtig ist eigentlich nur, dass ihr euren eigenen Kopf benutzt, respektvoll mit dem Fisch umgeht und nicht einfach alles „blind“ abschlagt, sobald die Schonzeit vorbei oder das Schonmaß erreicht ist!

Das gilt natürlich auch für Cach & Release Fischer, denn:

„Nicht jeder gefangene Fisch ist nach dem Zurücksetzen weiterhin überlebensfähig – der Drill, die Landung, das Abhaken, die nasse Hand etc. sind dabei ganz essentielle Faktoren!“

Wünsch euch einen „behutsamen“ Start in die Angelsaison 2016 und ein dickes Petri Heil….

Alexander Schütte