15. November 2016

Zanderfischen in Italien: Abenteuer, Freiheit & Natur Pur!

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Herbst- und Winterzeit ist Raubfischzeit – angenehme Temperaturen und eine abenteuerliche Fischerei mit XXL Fischen der Oberklasse – das ist der Po in Italien!

Ein wirklich riesiger Fluss mit viel Struktur, einer Menge „Neuland zu entdecken“ und ebenso gigantischen Fischen, die hier genügend Raum und Nahrung finden um zu wahren „Monsterfischen“ heranzuwachsen. Egal ob Waller, Zander oder Karpfen – hier hängt die Messlatte ziemlich hoch!

Wir waren letzte Woche in einem absolut netten & familiären Angelcamp zu Besuch –  bei „Angeln und Kultur“, ein Fischeldorado ca. 3 Stunden vom Brenner entfernt, und haben uns den Gewässerabschnitt bei Polesella in Richtung Po-Delta etwas genauer angeschaut – unser Zielfisch: Der Zander

Familie Gartner, die im Frühjahr 2016 das „Angel und Kultur“ von Bernd Frederking übernommen haben, kümmern sich vorbildlich um ihr traditionell eingerichtetes „Fishing-Resort“ und ihre Gäste! Die alten Gemäuer inklusiver Torbogen, der Obstgarten und der direkt angrenzende Po machen das „Angeln und Kultur“ zu etwas ganz Besonderem. Hier in Polesella trifft wirklich traditionelle Kultur auf die moderne Angelwelt. Mit insgesamt drei „Häusern“ (6 Apartments), zehn Leihbooten, Köderfischservice und Leihausrüstung für Waller, Karpfen etc. bietet diese mediterrane Oase einfach alles, was das Fischerherz begehrt!

Bereits bei der Ankunft ist uns gleich das angenehme Klima aufgefallen, 18 Grad bei Sonnenschein und das im November: „So lässt es sich doch angenehm Fischen – la Dolce Vita“.
Vom schwimmenden Steeg aus ging es gleich nach dem Check In raus auf’s Wasser, zu einem der Nahe liegenden Hotspots – der Brücke bei Polesella.

Kehrwasser hinter den Brückenpfeilern, tiefe Löcher und eine Menge Holz erwarten einen dort – zwar nicht leicht zu befischen, aber da wo Hängen sind, sind auch meistens Fische. Die Oberflächen – Wassertemperatur betrug dabei 14,2 Grad, was auf aktive Räuber hoffen ließ, die sich vielleicht vor dem Winter nochmal den Bauch so richtig voll schlagen wollten. Nach ca. 15 Minuten Wurfzeit kam ein knallharter Biss auf einen kleinen 9cm Gummifisch in Chartreuse. Die ersten schweren Kopfschüttler deuteten auf einen besseren Zander hin, aber als die erste brachiale Flucht wie aus dem Nichts kam und die Schnur nonstop von der Rolle gerissen wurde, wusste ich was ich am Haken hatte…. Siluro!

Nach einem ca. 40 Minütigen Drill/Kampf auf „Biegen und Schnurbruch“ mit einigen Hindernissen (Verankertes Boot, Totholz, Alleine) konnte ich den Waller mit 1,78m und knappen 90 Pfund sicher landen. Solche Beifänge sind natürlich immer willkommen und ein absolutes Drillerlebnis mit dem feinen Zandergerät. Meine Tournament Grade von Kuying hat mich sogar bei dem Fisch nicht im Stich gelassen, wirklich unglaublich und das mit 60 Gr. Wurfgewicht, 0,16 mm geflochtener Schnur und 3000er Rolle – da hat sich die letzten Jahre schon einiges auf dem Markt getan!
Allerdings kommt es auch auf gute Qualität an, ansonsten hätte ich den Fisch bestimmt nicht landen können! Meiner Rute & Rolle hab ich dann auch erstmal eine Pause gegönnt und mir selbst ein italienisches Birra zusammen mit Campinhaber Markus…

Am nächsten Tag gingen wir erst einmal auf Erkundungsfahrt mit dem Echolot (Lowrance HDS7 Gen3) und wollten uns erstmal die Struktur genauer anschauen. Der Structure Scan hilft einem dabei wirklich ungemein – besser wie jedes Kino!

Erkunden heisst aber auch viel Fahrtzeit und wenig Angelzeit, allerdings machten wir immer wieder ein paar Würfe an den neuen Stellen, um uns zumindest die Grundbeschaffenheit und die Strömung etwas genauer anzuschauen. Nachdem wir genügen interessante Stellen gefunden hatten und mit dem Gewässer etwas vertrauter waren ging’s dann endlich zur Wurfarbeit über. Nach ca. 3-4 Stunden und ein paar kapitalen Hängern, kam dann am dritten Spot der erste Biss! Der neue Gummifisch war sichtlich gezeichnet, hängenbleiben wollte der Fisch allerdings nicht. Ein paar Würfe später gab es dann nochmal einen richtigen „Böllerschlag“ in der Rute. Der Fisch hing und schien auch wieder ein besserer zu sein, gerade in der Strömung beissen und kämpfen die Zander einfach richtig HART, 68cm und absolut makellos war der erste Po-Zander! Zehn Minuten später folgte noch ein kleinere Zander um die 40 Zentimeter an der selben Stelle, so macht Zanderfischen doch Spass. Der Anfang ist gemacht…

 

Über Nacht kam leider wie aus dem Nichts Hochwasser, welches leider viel Holzarbeit mit sich brachte. Am Abend als die Steeganlage wieder frei vom Schwemmholz war, sind wir noch einmal mit dem Boot raus auf den Fluss gefahren. Vorbei an Geäst und Baumstämmen, wobei man unbedingt vorsichtig und langsam mit dem Boot fahren sollte.

In den Uferbereichen in der Nähe von mehreren tiefen Löchern um die 18 Meter, konnten wir eine wahre Ufer-Fressorgie der Waller beobachten. Schnell wurde der Gummifisch gegen einen Wobbler ausgetauscht, immer wieder waren großen Fische direkt am Ufer an der Oberfläche lautstark am rauben. Ein Waller schob beim Jagen sogar eine richtige Bugwelle vor sich her, wirklich unglaublich, auch wenn unsere Köder in dieser Zeit unberührt blieben, war es ein absolutes Natur-Spektakel, und total beeindruckend, sowas mal Live mitzuerleben!

Schwemmholz, sehr dreckiges Wasser mit Null-Sicht und ein Temperatursturz von fast 2 Grad im Wasser schien den Räubern, nach dem anfänglichen großen Fressen, doch auf den Magen zu schlagen. In den nächsten 2-3 Wochen werden wir wieder unser Glück auf Zander & Co. probieren und ab Ende November auch Zandertouren für unsere Freund & Gäste anbieten! Mehr Informationen werden die Tage folgen, falls ihr bereits einen Wunschdatum/Wunschtermin habt, könnt ihr uns gern schreiben: alpside.fishing@gmail.com

Mehr Information zu Angeln & Kultur unter http://www.angeln-und-kultur.com/