21. Juni 2013

Schleppen & Setzen

Schleppen & Setzen-7

 

Montag Mittag im Allgäu angekommen bin ich erstmal wieder in der Fischerhütte bei Kuchen und Weißbier hängengeblieben!

An Fischen war bei der Mittagshitze sowieso nicht zu denken. Erst gegen 16 Uhr ging es mit Roland, einem Local , raus auf den See zum Schleppen. Nach 4 Stunden Schleppen ohne Biss und diversen Köderwechseln haben wir uns dann doch nochmal ein Isotonisches Weißbier an Land gegönnt und hatten an netten Ratsch mit’m Berufsfischer. Mit dem bin ich dann auch gleich im Anschluss raus zum Netzsetzen gefahren und fand’s total geil! Das Reinholen der Netze wollte ich natürlich auch nicht verpassen, so haben wir uns dann gleich für den nächsten Morgen um 6 Uhr im Hafen verabredet! Soweit so gut….
Schleppen & Setzen-8

Kurz vor Sonnenuntergang bin ich dann nochmal alleine raus auf ne kleine Schlepprunde und wollte mir dabei ne schöne Stelle zum „Setzen“, dem abendlichen Ansitz auf Zander, suchen. Schon nach 10 Schleppminuten, war dann auf einmal die Rute krumm und die Black Star-Z Rolle verwöhnte mich das erste mal mit ihrem Bremsgeräusch, absolut ein Traum die Rolle! Ein kleiner 35er Zander konnte dem Aykido Wobbler von Team Cormoran einfach nicht widerstehen und durfte nach kurzen Foto auch wieder schwimmen!

Absolut motiviert gings dann wieder zurück in den Hafen, da die Uferseite die mich interessiert hätte, vollkommen überfüllt war und ich doch lieber meine Ruhe habe wollte.

Außerdem hatte ich die ganze Zeit noch die Laubenschwärme im Hafenbereich im Kopf, da muss doch was gehen, dachte ich mir die ganze Zeit schon!

Schleppen & Setzen-6

Angekommen hab ich’s mir auf dem Bootssteg mit Schlafsack, Isomatte und Weißwein gemütlich gemacht und legte meine zwei toten Lauben aus. Die eine Rute in die Hafeneinfahrt und die Andere Richtung Ufer. So gegen 1 Uhr ohne Zupfer hab ich mich dann auf’s Ohr gehauen mit früh Aufstehen im Hinterkopf, aber auch mit der Hoffnung meine Bissanzeiger würden mich vielleicht in der Nacht noch wecken. Um 5:30 Uhr bin ich von den ersten Sonnenstarhlen sanft geweckt worden, naja viel Schlaf hatte ich nicht. Der erste Blick ging gleich Richtung Ruten, vielleicht hab ich ja doch zu fest geschlafen und hab nix mitbekommen.

Und so war es dann natürlich auch, der Bissanzeiger von der in der Hafeneinfahrt ausgelegten Rute war nach ganz oben gezogen. Als ich auf die Rolle schaute und den letzten Rest meiner monofilen Unterspulung sah, war ich gleich hell wach. Dem Schnurverlauf gefolgt, fuck… um die Ecke gezogen, okay, ab auf’s Boot! Gesagt, Getan, nach und nach kurbelte ich konzentriert die Schnur wieder auf die Rolle ohne großen Widerstand. Die Schnur machte einen riesen Bogen und als ich diesen aufgekurbelt hatte, spürte ich auf einmal zwei richtig kräftige Pumpbewegungen, Fisch! Vorsichtig drillte ich den Fisch Richtung Boot mit heftiger Gegenwehr und als ich den Fisch sah hat mich echt der Schlag getroffen, was für ein schöner Zander, definitiv 70+ wenn nicht sogar 80+ und genau in dem Moment machte der Zander nur sein Maul auf und die Laube kam mir als Knöddel entgegen, des gibt’s doch jetzt nicht oder!? Man hatte ich schlechte Laune und des schon am Morgen, echt zum Kotzen dachte ich mir, wie kann sowas nur sein…

Schleppen & Setzen-2

Noch total in Gedanken bei dem verloren Fisch fuhr ich wieder in den Hafen, wo der Berufsfischer bereits auf mich mit seinem Arbeitsboot wartete. Als ich ihm die Story erzählt hab, hat er nur gemeint, dass Große Zander anscheinend auch mal gerne ihren Magensack umstülpen um lästige Haken loszuwerden und ich einfach Pech hatte, verdammt! Tröstend meinte er nur “ naja, vielleicht hängt ja auch’n schöner Fisch im Netz“ und als wir das erste Netz hochholten, war die Pleite wieder vergessen und auch irgendwann verdaut, der Tag war also gerettet!

Doch leider half alle Mühe nichts und den kompletten Dienstag ging wieder kein gscheider Fisch an den Haken. Also auf in den Hafen und Lauben fangen, vielleicht klappts ja heut Nacht beim „Setzen“. Dieses Mal probierte ich es vor der Hafeneinfahrt, da dort wieder allles voller Lauben war. Die Rechnung ging auf und bereits um 21:30 Uhr kam der erste Biss, Anhieb, kurzer Kontakt, wieder weg!
Nicht nochmal dacht ich mir, aber so kann’s gehen beim Fsichen! Viel hat sich Nachtsüber nicht getan. Am nächsten Morgen so gegen 6 Uhr lief nochmal zweimal die Schnur, allerdings hat der Fisch den Köder wieder losgelassen, was ja leider öfter mal beim Zanderfischen passiert, so dass ich wieder leer ausging!

Schleppen & Setzen-1
So gegen 8 Uhr bin ich am Mittwoch nochmal raus zum Schleppen, mal schauen wie lange die Batterie noch durchhält habe ich mir gedacht. Der See war wirklich spiegelglatt und auch dass Wasser kam mir nicht mehr so trüb vor. Auffallend waren auch vereinzelnde Laubenschwärme direkt an der Oberfläche bei 5-6 Meter Wassertiefe. So ging es schleppend von einem Schwarm zum Nächsten und wieder zurück. Gerade als ich umgedreht hatte und wieder mit dem Boot durch den ersten Schwarm durch bin, hat sich meine Rute schön vor mir verneigt. Rute in die Hand genommen, deutliche Kopfschläge zu spüren, Zander geil! Vorsichtig drillte ich den Fisch bei geringer Fahrt weiter. Nach ein paar weiteren Rutenverneigungen sah ich den Fisch zum ersten mal hinter’m Boot, was für ein schöner Fisch! Zwar hing der Fisch nur sehr knapp, aber mit dem gummierte XXl-Kescher von K-Don musste ich mir bei der Landung keine Sorgen machen, da war noch genügend Platz! Der Zander war wirklich gut genährt, hatte auch schon 2-3 Lauben im Magen, aber konnte meinem Aykido Wobbler von Cormoran nicht widerstehen.

Nach der ganzen erfolglosen Schlepperei die Tage zuvor, freute ich mich wirklich sehr über diesen schönen 63ger Zander. So sehr, dass auch die Heimfahrt nach München, die mit Hagel, Sturm und null Sicht quittiert wurde, halbwegs erträglich war!

Schleppen & Setzen-5