29. September 2020

Ur-Barsche vom Achensee

Es gibt soviele verschiedene Stämme (Phenotypen) von Flussbarschen – man muss nur etwas genauer hinschaun. Die Körperformen, Streifen, Flossenfarben können sich von Gewässer zu Gewässer doch sehr unterscheiden, auch wenn diese vielleicht direkt benachbart und nur ein paar Kilomter entfernt voneinander liegen.

Es kommt hier auf den Gewässertypen bzw. die Anpassung der Barsche drauf an oder auch öfter durch Besatzmaßnahmen und Einbringung fremder Genetik.

Dabei haben sich auch bei uns in den Bergen ein paar Barsche aus Norddeutschland, Holland und anderen Ländern über die Jahrzehnte gut anpassen können wie z.B im Salzburger Land oder Kärnten, hier in Österreich.

Der interessantes Stamm ist für uns aber nach wie vor der Urstamm der alpinen Barsche, der seit Jahrhunderten bei uns daheim ist. Ein hellerer Körper, viele „blitzartige“/dünne Streifen und eher orange/gelbe Flossen als rote sind dabei ganz charakteristisch.

Langsameres Wachstum, klares und tiefes Wasser machen die Barchfischerei nicht immer ganz einfach. Man muss seine Ansprüche auf Größe und Frequenz manchmal etwas herunterschrauben und nicht mit flacheren Gewässern vergleichen, obwoh dass auch nicht heissen soll das wir keine Großbarsche haben, schöne 30ger sind immer drin und natürlich auch die 40ger und 50ger sind bei uns zu fangen, aber die Anzahl ist nicht so groß wie in falcheren Gewässern.

Unsere Vorfahren haben auch leider zuviele Großbarsche in den letzten 50 Jahren entnommen, da kommt die Natur bzw. Reproduktion in unseren tiefen, klaren und kalten Gewässern einfach nicht mehr mit.

Und wo es bekanntlich keine großen Barsche (Elterntiere) gibt, kommen so schnell auch keine mehr nach und die Fische verbutten, was nichts mit Nährstoffmangel oder ähnlichem zu tun hat. Wie sollen die Barsche auch ohne Erbinformation der Eltern groß werden.

Es fehlen ganz einfach die Vorbilder, die den jungen Barschen zeigen, wo die guten Futterplätz sind, man sich verteidigt bzw. im Gewässer verhält, dass man überhaupt so groß wird. Ernähren sich die Barsche ab einem gewissen Alter nicht von ihren kleineren Genossen (Kannibalismus) haben sie keie Chance wirklich groß zu werden, weil Ihnen wichtige Nährstofe dafür fehlen.

Ein langes und wirklich wichtiges Thema, für das wir uns in Zukunft mit unserem Verband für Fisch- und Gewässerschutz auch vermehrt einsetzen möchten.

Hier noch ein paar Bilder der Achenseer Urbarsche: