Stürmische Hechte
Das es mal etwas windig wird ist ganz normal bei den großen Alpenseen. Gerade im Sommer kann auch mal eine Gewitter dazukommen. An dem Tag war es doch ganz anders. Zuerst hatten wir traumhaft schönes Wetter und am Nachmittag kamen die Wolken und der Wind wurde immer stärker. So stark, dass wir sogar eine Wing Foil Surferin bergen mussten, weil sie vor lauter Sturm nicht mehr auf’s Brett und zurück an Land kam.
Der Sturm und die Wellen brachte richtig viel Bewegung in’s Wasser und die Hecht schienen dieses Spektakel für ihre Jagd auszunutzen. Ich denke, es ist ähnlich wie beim Wolf, der bei günstigen Wind, raschelnden Blättern und viel Bewegung im Wald vom Wild nicht so schnell war genommen wird.
Vielleicht kam uns die gute Tat auch noch zu Gunsten, denn wir durften innerhalb von zwei sehr stürmischen Stunden, drei richtig schöne Hechte fangen. An den Regen kann ich mich schon garnicht mehr erinnern. Schon intressant, wie schnell man schlechtes Wetter ausblendet oder vergisst, wenn die Fische in Beisslaune sind.
Eigentlich war es unfischbar, aber die Gäste waren genauso wie ich nach dem ersten Hecht im Boot sehr motiviert.
Sogar als der Bugmotor auch noch ausfiel, weil die Batterie vor lauter Gegenwind zwei Stunden im Dauereinsatz war, kapitulierten wir nicht und blieben dran. Das war wirklich eine fischereiliche Herausforderung und der letzte und größte Hecht war dann doch wohl verdient. Ein unvergesslicher Tag mit netten Gästen aus Frankfurt. Es war mir eine Ehre und der Kampf gegen das Wetter und technischen Ausfall hat sich doch richtig ausgezahlt.
Solche Tage beleiben noch lange in Erinnung und erinnerten mich an einen meiner besten Schlepptage am Bodensee.
Deshalb gebt nicht zu früh auf und bleibt dran, zumindest solange ihr noch eine Hand breite unter dem bug habt. In gefahr sollte man sich natürlich auch nicht bringen. Unsere „Alpiana“ hat ihre Meerestaugklichkeit wieder unter vollen Beweis gestellt. Einfach ein super stabiles und sicheres Boot.

